Die Geschichte vom Betläuter
Hörstation 004
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Das ist der „Betläuter“.
1964 wurde der Turm vom heutigen Rathaus der Stadt Vohburg renoviert. Früher war es der Kirchturm von St. Andreas.
Dabei wurde der „Betläuter“ abgenommen. Ein hölzerner Kopf, der außen am Turm hing. An seinem Bart war eine kleine Glocke, die mitläutete, wenn die Kirchenglocken schlugen. Diesen hölzernen Kopf siehst du in der Vitrine. Höre, wie die Glocke klingt!
(PAUSE)
Am Turm der Andreaskirche hängt nun eine Kopie.
Kennst du die Sage vom „Betläuter“?
Ist etwas gruselig …
Nun erzähl schon, was hat es mit dem „Betläuter“ auf sich?
Florian:Vor 400 Jahren lebte in Vohburg ein armer Schweinehirt, Hannes mit Namen. Keiner wollte mit ihm zu tun haben, da das Gerücht umging, dass er ein Dieb war.
Es wurde sogar erzählt, dass er dem Teufel seine Seele verkauft habe.
Als Lohn für seine verkaufte Seele hatte er von da an ausgesorgt und bekam vom Teufel jede Nacht Würste, Schinken, Bier und Schnaps.
Doch Hannes bereute und wollte seine Seele wieder zurück. So lehrte der Teufel ihm ein geheimnisvolles Kartenspiel. Er versprach, wenn Hannes drei Spiele hintereinander gewinnt, wäre er wieder frei.
Doch dies gelang ihm nie. Eines Tages spielten beide wieder zur Mittagszeit Karten. Der Sieg schien diesmal nahe. Zwei Spiele hatte der Hirte schon hintereinander gewonnen und das dritte war kaum noch zu verlieren als vom Andreasturm das Angelus-Läuten ertönte.
Im selben Augenblick warf der Teufel fluchend seine Karten weg und wälzte sich wie ein Besessener im Gras und verschwand.
Hannes ärgerte sich sehr, da er nun das Kartenspiel nicht gewinnen konnte.
In seiner Not schlich Hannes in den Kirchturm und lockerte die Verankerung der Glocke so weit, dass sie beim ersten Zug des Gebetläutens herunterfallen musste. Das Kartenspiel sollte so durch die Glocke nie wieder unterbrochen werden. Am nächsten Tag wollte der Schweinehirt alle seine Kraft zusammennehmen und die drei Spiele hintereinander gewinnen.
Aber es kam nicht so weit. Als Hannes vom Turm herunterstieg und den Boden erreichte, fiel die gelockerte Glocke herab und erschlug ihn. Der Mesner fand ihn am Boden liegen und lief schnell zum Pfarrhaus. Als er mit dem Pfarrer zurückkam, war der tote Körper nicht mehr da. Noch am gleichen Tag entdeckte man hoch oben am Turm einen Kopf. Es war die erstarrte Maske des Hannes. Am Bart des Kopfes hing ein Glöckchen, das jedes Mal klingelte, wenn die wieder befestigte Glocke läutete.
Ist das wahr?
Na ja – eine Sage hat immer einen wahren Kern. Jedoch wird die Geschichte immer weitererzählt, ausgeschmückt, etwas hinzugedichtet. Früher glaubten die Menschen an übernatürliche Kräfte und den Teufel. Das nennt man Aberglaube.
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Amira, Florian und ihre Begleiter entdecken ein sagenhaftes Stück Vohburger Geschichte.
Bildnachweis: Museumsbesuch in Vohburg · Bildquelle: Museum Vohburg